Sonne im Rücken, Regen im Blick
Technisch anspruchsvolle Uphills, mystische Bachläufe, nasse Wurzel-Passagen und die klassische Harzer Wetter-Lotterie – wer auf der Suche nach einem echten Trail-Abenteuer ist, findet zwischen dem Aufstieg zum Goldberg und den Ufern der Eckertalsperre genau den richtigen Mix.
Der Blick nach vorne lässt kurz zweifeln, eine Wand aus dunklen Wolken schiebt sich über den Harz. Doch über mir strahlt das tiefste Blau, und die Sonne wirft das Licht auf den Trail. Ich entscheide mich für die einzig richtige Option: Schalten, Treten und der Sonne hinterherfahren.


Der Hausberg rückwärts
Wenn der Downhill zum Uphill wird
Der Auftakt hat es direkt in sich. Der Aufstieg auf den Goldberg steht an – und die gewählte Route ist eigentlich ein klassischer, technisch extrem fordernder Downhill. Heute wird die Sache kurzerhand umgedreht: Ein verdammt knackiger Uphill!
Mit dem E-MTB verwandelt sich das Geröll und das steile Terrain in eine geniale Challenge für Fahrtechnik und Traktion. Jeder Stein will sauber angefahren werden, um das Hinterrad auf Zug zu halten.
Oben auf dem Plateau angekommen, schiebt sich die Silhouette des Brockens in den Blick. Zeit für ein kurzes Durchatmen, einen kräftigen Schluck aus der Trinkflasche und eine Stärkung, bevor der eigentliche Trail-Traum beginnt: Abbiegen Richtung Eckersprung!
Strecke
⇢ 40 km
⇡ 774 m
Typ
Befestigt 11 km
Unbefestigt 29 km
Fahrbar für
eMTB
Auf dem Weg zum Eckersprung
Märchenbuch-Romantik und Urgewalten
Kaum verlässt man die breiteren Wege, ändert sich der Charakter der Tour schlagartig. Die Pfade werden schmaler, kurviger und spürbar rougher. Man taucht ein in eine Kulisse, die direkt aus einem alten Harzer Märchenbuch stammen könnte. Der Weg schlängelt sich vorbei an urigen, wilden Bachläufen, bemoosten Felsen und knorrigen Bäumen.
Schließlich steht man am Eckersprung – der Quelle der Ecker. Ein absoluter Hotspot im Harz, ein Ort zum Innehalten, der trotz seiner Bekanntheit immer wieder diese ganz besondere, ruhige Magie ausstrahlt.




Wetter-Poker an der Eckertalsperre
Wenn Trails zu Bächen werden
Vom Eckersprung aus geht es weiter Richtung Eckertalsperre – und spätestens hier fordert die Tour volle Konzentration. Der Pfad verwandelt sich in einen Teppich aus dicken, verwinkelten Wurzeln. Als wäre das nicht technisch genug, hat mich der Regen nun doch eingeholt.
Trail-Tipp: Wer im Harz unterwegs ist, sollte die Regenjacke nie zu tief im Rucksack vergraben. Auf nassem Untergrund und rutschigen Wurzeln entscheidet nicht nur der richtige Reifendruck, sondern auch die trockene Bekleidung über den Spaßfaktor.
Am Ende der technischen Passage öffnet sich der Wald und gibt das Panorama der Eckertalsperre frei. Das kühle Wasser, die tief hängenden Wolken über den bewaldeten Hängen und die Ruhe des Sees bilden einen gigantischen Kontrast zum vorherigen Wurzeltanz.
Sightseeing und der perfekte Ausklang
Ein bisschen Kultur kann man gern mal mit einbauen
Der Rückweg lässt Raum für Entschleunigung. Entspannt rollend geht es vorbei an regionalen Kulturdenkmälern und der einen oder anderen Statue am Wegesrand – ein bisschen Zeit für Sightseeing muss schließlich auch sein.
Am Ziel angekommen, nach staubigen Uphills, nassen Wurzeln und traumhaften Panoramen, gibt es nur noch eine richtige Belohnung: Das Bike abstellen, den Helm abnehmen und mit einem kühlen Bierchen auf einen perfekten Trail-Tag anstoßen.


Fazit
Eine abwechslungsreiche Runde für Fahrer, die technische Herausforderungen suchen, sich von wechselhaftem Wetter nicht abschrecken lassen und den Harz von seiner wilden, urigen Seite erleben wollen.
Die Tour
Wenn Du die Tour nachfahren willst, schmeiß‘ gern ein paar Münzen in die FichtenAffe Kaffeekasse.
